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Wir fordern Gerechtigkeit und Solidarität
weltweit!
Stehen Sie mit uns hin an den Mahnwachen
gegen das WEF und seine Politik der Sieger(innen)!
Die Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung
(TheBe) engagiert sich seit mehreren Jahren gegen das Jahrestreffen
des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Wir tun dies aus der
Überzeugung heraus, dass es zur Beseitigung von Armut, Hunger,
Krieg, Ausbeutung und Umweltzerstörung eine Politik der weltweiten
Umverteilung und der internationalen Solidarität bedarf –
nicht der globalisierten Privatisierung und Profitmaximierung.
Mitglieder des WEF sind die weltweit 1000 grössten privaten
Wirtschaftsunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens je
einer Milliarde US-Dollar. Das Jahrestreffen des WEF in Davos
ist das grösste privat initiierte Elitetreffen der Welt.
Nebst den offiziellen Panels zu unzähligen Themen treffen
sich die selbst ernannten «Global Leaders» zu informellen
Gesprächen hinter verschlossenen Türen. Auf diese Weise
wurde in Davos z.B. zur Lancierung der Uruguay-Runde des GATT
(General Agreement on Tariffs and Trade), dem Vorläufer der
WTO (Welthandelsorganisation) beigetragen, oder es wurden Vorgespräche
im Hinblick auf die Gründung der NAFTA (North American Free
Trade Agreement) ermöglicht. Zehn Jahre NAFTA haben indes
eindeutig gezeigt, dass diese Politik der falsche Weg zur Linderung
der Armut ist – die Freihandelspolitik hat im Gegenteil zur weiteren
Öffnung der Schere zwischen Armen und Reichen beigetragen.
Am WEF ist auch die Privatisierung von Wasser bzw. die Aufteilung
der Wasserrechte ein Thema – Lebensmittelmultis wie Nestlé
(WEF-Mitglied) sind dabei, sich weltweit Wasserquellen, die bislang
allgemein zugänglich und nutzbar waren, zu sichern. Hinzu
kommen Gespräche über die Privatisierung der Ausbildung
und Erziehung, über diverse Liberalisierungs- und Militarisierungspläne
(z.B. Plan Colombia oder Plan Puebla Panama) und gigantische Staudammprojekte
(z.B. in der Türkei, in Indien oder in Chile), deren Realisierung
die Umsiedlung für Tausende von Leuten sowie massive Eingriffe
in die Umwelt bedeutet.
In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen begonnen, gegen
diese vom WEF und seinen Mitgliedern forcierte Politik zu protestieren.
Da die Herren (der Frauenanteil am WEF beträgt weit unter
10%!) in Davos aber ungestört bleiben möchten, wurde
der Protest gegen die neoliberale Globalisierung und die Gipfeltreffen
ihrer Protagonist(innen) kriminalisiert. Dies ermöglichte
schliesslich die zunehmen-de Militarisierung des WEF-Umfeldes
– zum Schutz der «Global Leaders» und gegen die Meinungs-äusserungsfreiheit
der Bevölkerung.
Wir protestieren gegen den Skandal, dass die Machthabenden in
der Schweiz nicht davor zurück-schrecken, nebst einem enormen
Polizeiaufgebot den sogenannten «Einsatz unterhalb der Kriegs-schwelle»
von immer mehr Soldaten gegen die Bevölkerung zu fordern
und durchzusetzen. Damit liegt die Schweiz im weltweiten Trend
der Militarisierung der Politik.
Wir wollen das WEF nicht, das unter hübschen Deckmäntelchen
wie «Vertrauen bilden» (WEF-Thema 2003) oder «Partnerschaft
für Sicherheit und Wohlstand» (WEF-Thema 2004) die
Globalisierung der neoliberalen Wirtschaft vorantreibt und damit
zur Verschlimmerung der Armut, der prekären Arbeitsverhältnisse
und zur Zerstörung der Umwelt beiträgt. Wir fordern
die Abschaffung dieses elitären, patriarchalen Klubs, dessen
Mitglieder vorwiegend männlich sind und zu über 70%
aus Nordamerika, Europa und Australienstammen. Dieses Forum ist
nicht der richtige Ort, um die Probleme, welche die Menschen –
darunter zum grossen Teil Frauen – in Lateinamerika, Afrika und
Asien betreffen, zu lösen.
«Wir haben den längeren atem/ wir brauchen
die bessere zukunft/ …bei uns hat schon mal einer brot verteilt/
das reichte für alle» (Dorothee Sölle)
TheBe-Vorstand, 10. Januar 2004
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